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„Freude am Lernen und Lehren“ – Schulelternrat organisiert Vortrag mit Diplom-Legasthenietrainerin Silke Robran

Posted by Grundschule (grundschule) on 28.03.2012
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„Mein Kind soll gern und erfolgreich lernen“ – dieses Ziel verfolgen sicher alle Eltern spätestens dann, wenn das Kind in die Schule kommt.

Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Kinder, die jegliche schulische Anstrengung vermeiden, genervte und ratlose Eltern. Lösungswege aus dieser Zwickmühle zeigte Silke Robran bei ihrem Vortrag „Freude am gemeinsamen Lernen“ in der Bokeler Grundschule auf, zu dem der Schulelternrat eingeladen hatte. Die Diplom-Legasthenietrainerin arbeit seit Jahren freiberuflich und in der Bremerhavener Kinderarztpraxis „Ziegler-Kirbach & Gehrt“ erfolgreich mit dem IntraActPlus-Konzept (nach Jansen und Streit, s. u.), das ein verhaltenstherapeutisches Vorgehen bei Lern- und Leistungsstörungen beschreibt. Ziel dabei ist, es die Eigensteuerung des Lernenden schrittweise zu verbessern, sodass sich beim Kind eigenmotiviertes Lernverhalten zeigt. „Schulisches Lernen ist allerdings – wie das Spielen auch – nicht genetisch festgelegt,“ erklärte die Referentin den Eltern. Die Bereitschaft lernen zu wollen, sich anstrengen zu wollen und Leistung erbringen zu wollen muss deshalb entwickelt werden. Dabei spielen Beziehungen eine wichtige Rolle, machte sie deutlich. „Bis das Kind sich das Ziel, ich möchte lernen, zu eigen gemacht hat, dient die Beziehung zum Lehrenden (Eltern, Lehrer, Therapeut) als Sprungbrett,“ erläuterte Robran. Zur Veranschaulichung hatte sie zahlreiche Videobeispiele mitgebracht, in denen das Verhalten von Kindern und Eltern in typischen Lernsituationen zu beobachten war. Die gezeigten Eltern waren dabei sehr bemüht um ihre Kinder. Die wiederum zeigten – unbewusst – die unterschiedlichsten Vermeidungs- und Ablenkungsstrategien von am Tisch Fläzen, über Gähnen, Dazwischenreden bis zur Verweigerung. Die Gefahr dabei ist, dass solche Verhaltensmuster schnell automatisiert werden und dann in jeder Lernsituation ablaufen, machte die Referentin deutlich. Sie hatte deshalb folgende Tipps für die Eltern:

  • Lassen sie sich Zeit bevor sie mit einer Lerneinheit starten und stellen sie sicher, dass das Kind wach und aufmerksam ist.
  • Loben sie an der richtigen Stelle, nämlich dann, wenn ihr Kind sich tatsächlich anstrengt. Das Ergebnis spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
  • Über häufige Wiederholungen erreichen sie eine Festigung der Lerninhalte, die vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übergehen.
  • Machen sie ihr Kind jedes Mal sofort darauf aufmerksam, wenn es unbewusst ablaufende, falsche Verhaltensmuster zeigt.
  • Treffen sie für beide Seiten verbindliche Vereinbarungen über den Umfang/ die Dauer von Lerneinheiten und halten sie diese unbedingt ein. 
  • Bieten sie ihrem Kind ruhig (nicht-materielle) Belohnungen an, wenn es sich an die vereinbarten Regeln hält.
  • Je früher ihr Kind den Weg zum eigenmotivierten Lernen findet, desto einfacher ist es. Kinder sollten deshalb auch im Kindergartenalter bereits lernen, sich anstrengen zu müssen, beispielsweise beim Ausschneiden von Bastelarbeiten.

„Das Ganze ist ein Training bei dem sowohl Eltern als auch Kinder dazulernen müssen. Verzweifeln sie also nicht, wenn nicht alles sofort klappt,“ beruhigte Robran die anwesenden Eltern zum Abschluss.

Zum weiterlesen:

www.intraactplus.de

Fritz Jansen & Uta Streit (2006). Positiv lernen. Heidelberg: Springer-Verlag. ISBN-13: 978-3-54021272-0

Last changed: 28.03.2012 at 11:15

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